Wie wir es schaffen
Der Corona-Krise folgt ein massiver Einbruch der Wirtschaftskraft. Das scheint fix. Dieser wird wohl die bestehende soziale Krise nahezu überall in der Welt verschärfen. Auch das zeichnet sich bereits ab. Ob uns auch eine weitere Finanzkrise ins Haus steht? Und was wird aus der EU?
Die Folgen von Corona könnten bei Weitem übler sein als das Virus selbst. Corona könnte aber ebenso eine Wende zum Guten einleiten – individuell und gesellschaftlich. Ob wir in die eine oder andere Richtung gehen, hängt von zwei elementaren Antrieben unseres menschlichen Seins ab: Angst und Liebe. Angst führt uns in die Katastrophe, Liebe in die Lösung.
Mit-zuständig, mit-verantwortlich
Ich stelle die These auf, dass wir eine Wirtschaftskrise, eine soziale Krise, unsere umfassende ökologische Krise, die Krise der Demokratie, dass wir alle bestehenden und sich abzeichnenden Krisen in den Griff bekommen. Vorausgesetzt, wir delegieren die Verantwortung nicht nur an die vermeintlich Mächtigen, sondern fühlen uns mit-zuständig, mit-verantwortlich, wie wir das jetzt gerade, in der Corona-Krise tun.
Die Illusion der Ohnmacht
Greta Thunberg ist eine faszinierende Erscheinung, weil sie die Illusion der Ohnmacht abgelegt hat. Die Illusion der Ohnmacht ablegen, dazu sind wir – in diesen Tagen mehr denn je – wohl alle aufgerufen. Wie konnte dieses 16jährige Mädchen zu einem so beispiellosen Einfluss gelangen? Und was können wir von ihm lernen? Das Prinzip ist leicht nachvollziehbar.
Liebe ist der Anfang und der Beweggrund. Liebe findet ihren Ausdruck im Engagement: FÜR andere oder etwas, niemals GEGEN jemanden oder etwas.
Engagement bringt die Entscheidung mit sich, auf einen scheinbaren Vorteil, eine scheinbare Bequemlichkeit zu verzichten.
Verzicht ist unerlässlich. Ohne ihn bleibt das Engagement in der Halbherzigkeit stecken. Gleichzeitig stärkt er die Liebe. Geradeso wie die durchwachten Nächte bei einem kranken Kind die Liebe der Eltern zu ihm stärkt.
Auf diese Weise entsteht ein Kreislauf von der Liebe zum Engagement zum Verzicht und wieder zur Liebe. Diese Dynamik ist ausschlaggebend, uns zu ermächtigen. Sie ist ausschlaggebend für gelungene Transformation (ob bei Greta Thunberg oder unzähligen anderen Figuren wie Nelson Mandela und Mahatma Gandhi, die in ihrer kleinen oder der großen Welt eine Transformation zum Besseren bewirkten).
Lösung = Transformation statt Veränderung
Liebe ist ein Potenzial, das uns allen zur Verfügung steht, eine Macht, die in der Lage ist, uns selbst, unser Umfeld, die ganze Welt zu transformieren. Ohne Liebe können wir alles Mögliche verändern, aber weder wir noch die Welt werden dadurch grundlegend besser. Ein Ehepaar zankt sich, weil der eine Partner seine Hauspatschen immer irgendwo herumstehen lässt. Nun rafft sich dieser Partner zu einer Veränderung auf, indem er konsequent seine Hauspatschen in dem entsprechenden Kasten verstaut. Liegt darin die Lösung des Konflikts?
Wahrscheinlich verschiebt sich der Zank nur auf ein anderes Thema. Um den Konflikt in Kooperation, in eine gesunde Ausgewogenheit, in ein beglückendes Miteinander zu transformieren, bedarf es der Liebe. Es ist schön, wenn wir Kohlekraftwerke durch Windräder ersetzen. Allein, die Lösung unserer Umweltprobleme stellt sich erst ein, wenn wir unsere Liebe zur Natur, zu unserer Mutter Erde entdecken und, getrieben von dieser Liebe, darauf verzichten, was ihr Schaden zufügt, und darauf bauen, was sie schützt. Die Liebe verleiht uns die Kraft, uns auf jene Ebene zu erheben, auf welcher die Lösung alles Ungelösten liegt.
Liebe ist Macht
Wir alle sind mächtig. So mächtig wie unsere Liebe, unser Engagement und unsere Bereitschaft zu verzichten. Es ist dies eine Macht nicht ÜBER jemanden oder etwas sondern FÜR andere bzw. etwas. Die Illusion der Ohnmacht ist ein treuer Diener unserer Trägheit. Unser Herz aber ruft uns, unserer Verantwortung gerecht zu werden.
Liebe braucht Aktion
Alles Menschliche hat zwei Seiten – eine Seite in unserem Inneren und eine im Äußeren. Kein Innen ohne Außen und umgekehrt. Das gilt auch für die Liebe. Liebe empfinden entspricht unserem Inneren. Liebe tun dem Äußeren. Beides gehört zusammen. Deshalb muss sich Liebe in Aktion manifestieren und nicht nur in Worten ausdrücken – sonst werden diese zu leerem Geschwafel.
Zwei Qualitäten von Liebe
Liebe und Liebe sind nicht das Gleiche. Die eine Qualität: Ich liebe, weil ich bin, wie ich bin. Die andere: Ich liebe dich, weil du bist, wie du bist.
Ich liebe, weil ich bin, wie ich bin
Ich liebe, weil ich bin, wie ich bin. Ich liebe einfach deshalb, weil Liebe der Zustand ist, in dem ich mich befinde. Ich liebe, weil ich liebe. Diese Liebe ist nicht an Bedingungen geknüpft. Sie beschränkt sich auch nicht auf einen bestimmten Menschen, ein bestimmtes Tier oder Ding. Ich schaue mit wohlwollenden Augen in die Welt hinaus und liebe. Das ist die eine Qualität.
Ich liebe, weil du bist, wie du bist
Die andere: Ich liebe dich, weil du bist, wie du bist. Weil du mein Kind, mein Partner, mein Vater, meine Mutter bist, weil du mir sympathisch bist, weil ich dich erotisch anziehend empfinde, weil du mir Gutes tust… Diese Liebe beschreibt nicht meinen generellen Zustand sondern bloß meine Haltung einem bestimmten Menschen, Tier oder Ding gegenüber.
Ich liebe, also bin ich
Die Liebe, die die Welt von uns braucht, ist die erste: „Ich liebe, weil ich bin, wie ich bin“. Liebe ist Teil unserer Natur. Sie bildet den Kern unseres Seins – ich liebe, also bin ich. Wir sind fähig, wir sind berufen zu lieben. Ja, wir können es, wohlwollend auf uns selbst, auf andere, auf die Welt zu schauen. Und wir können wohlwollend mit uns selbst, anderen, der Welt umgehen. Und wenn wir’s mitunter nicht können, dann steht uns unsere Angst dazwischen. Dann will unsere Angst als solche erkannt und wohlwollend angenommen sein.
Die Angst-Liebe-Waage
Der Mensch wird von zwei grundsätzlichen Antrieben bewegt, welche wie die Schalen einer Waage in unmittelbarem Zusammenhang stehen. Die eine Waagschale beinhaltet Angst, die andere Liebe. Angst ist jene Seelenlage, in welcher sich unser Herz zusammenzieht, in welcher wir Mangel empfinden und in eine Haltung von Konflikt geraten. Liebe hingegen ist ein Zustand offenen Herzens, in welchem wir Fülle erleben und integrativ, Frieden und Glück bringend wirken.
Je mehr Gewicht wir aus der Schale der Angst herausnehmen, desto tiefer senkt sich jene der Liebe. Und je mehr Gewicht in die Schale der Liebe legen, desto mehr hebt sich jene der Angst. Liebe und Angst hängen zusammen. Wären wir vollständig frei von Angst, dann wäre unsere Liebe vollkommen. Wäre unsere Liebe vollkommen, dann wären wir vollständig frei von Angst.
Face your Fear
Wenn wir also unsere Liebe entwickeln wollen, bleibt es uns nicht erspart, uns auch mit der Angst auseinanderzusetzen. In der Angst sind wir uns selbst fremd. Und andere sind uns ebenso fremd. Es entschwindet uns das Mitgefühl mit uns selbst und anderen. Wir werden uns selbst und anderen gegenüber taub und, folglich, böse, ungerecht, unberechenbar. Gedanken, Handlungen, Erfindungen, aus der Angst geboren, erweisen sich letztlich als zerstörerisch, als Ursache für neues Leid, für neue Krisen.
Liebe als Lösung – auch in der Wirtschaftskrise
Und nun die Wirtschaftskrise. Wenn jeder seinen Teil zur Lösung beiträgt, wenn wir miteinander kooperieren, wenn wir einander helfen, wenn wir niemanden durch den Rost fallen lassen, wenn wir in kreativer Weise nach neuen, vielleicht unkonventionellen Wegen suchen…, wir kommen schon durch, sofern wir uns von unserer Liebe leiten lassen.
Wenn wir aber in den Würgegriff der Angst geraten, jeder in seiner Panik nur auf sich selbst achtet und den anderen als Feind sieht, der ihm den letzten Bissen Brot streitig macht, dann wehe uns! Wovon wir uns treiben lassen, von Liebe oder von Angst, das entscheidet darüber, in welche Zukunft wir als Individuum, als Familie, als Unternehmen, als Gesellschaft, als Menschheit steuern.
Krisen wollen uns etwas lehren
Alle Krisen haben ein gemeinsames Ziel: Dass wir unsere Angst überwinden und unsere Liebe leben. Das 21. Jahrhundert ist ein Jahrhundert der Krisen. Die Finanzkrise, die Flüchtlingskrise, die Corona-Krise, die Wirtschaftskrise, die soziale Krise – weitere Krisen stehen schon, absehbar, in der Warteschlange. Je früher wir gelernt haben, unsere Angst zu überwinden und Liebe zu leben, desto weniger brauchen diese Krisen über uns hereinzubrechen.
Wir sind geschaffen, es zu schaffen!
Wir sind, wie wir sind – liebende Wesen. Und möglicher Weise auch sehr, sehr machtvolle. Wir sind geschaffen zu lieben, also werden wir es auch schaffen zu lieben. Die Geschichte der Menschheit gleicht einer Leiter – Stufe für Stufe haben wir scheinbar Unmögliches möglich gemacht. Jetzt scheint es darum zu gehen, eine neue Stufe zu erklimmen. Schon hebt sich die Waagschale der Angst. Und die Waagschale der Liebe füllt sich und füllt sich und füllt sich.
Wolfgang Stabentheiner zählt zu Europas Coachingpionieren der ersten Stunde. 1990 gründete er FUTURE und entwickelte das erste ICF-zertifizierte Coachingprogramm im deutschen Sprachraum.
Er wirkt international als Coach, Autor, Seminarleiter und Vortragender.
Mehrfach rankte man ihn unter die Top 100 der inspirierendsten Menschen im deutschen Sprachgebiet.
Im Laufe der letzten 30 Jahre haben sich ihm an die 2000 Führungskräfte in Seminaren, Coachings und Beratungen anvertraut. Er hat hunderte von Coaches aus vielen Ländern Europas ausgebildet und ungezählte Unternehmen in wichtigen transformatorischen Prozessen begleitet. Seit 2019 widmet er sich ganz dem Thema RICHTIG GUT LEBEN.
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