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RICHTIG GUT LEBEN

RICHTIG GUT LEBEN

Good News aus Corona-Land

Es gibt viel Grund zur Hoffnung

„Nach Corona wird die Welt eine andere sein, als sie vorher war“, heißt es häufig. Nun, die Welt bleibt sicher die gleiche. Die Frage ist, werden wir Menschen anders sein, als wir vorher waren?

Werde ich anders sein? Werden wir in unserer Familie, werden wir als Unternehmen, als Gesellschaft, als Menschheit anders sein? Werden wir etwas gelernt haben in der Krise? Oder werden wir demoralisiert aus Corona hervorgehen? Oder wird einfach doch alles so weitergehen wie bisher?

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Jetzt ist die Zeit des Lernens

Eines gleich vorweg: Wir werden gelernt haben, was wir jetzt lernen. Und was wir jetzt nicht lernen, wird uns nachher nicht zur Verfügung stehen. Jetzt ist die Zeit des Lernens. Und wir nutzen sie. Viele von uns nutzen sie. Das sind doch großartige Neuigkeiten. Hier sind gleich noch mehr:

Good News von Radio Corona:

  • Viele Menschen stellen erstaunt fest, dass sie innere Freude erleben und Freude ausstrahlen können, auch wenn die äußeren Umstände alles andere als erfreulich sind.

  • Die Zukunftspläne der Menschen sind plötzlich obsolet geworden. Anstatt vorgegebene Wege zu gehen, lernen sie, sich auf die Gegenwart einzulassen und das Beste daraus zu machen. Sie entwickeln ihre Resilienz weiter.
  • “Es kommt auf jede und jeden von uns an“, sagen unsere PolitikerInnen. Die Botschaft ist angekommen. Die Menschen verhalten sich besonnen und verantwortungsvoll. Sie sind bereit, Einschränkungen hinzunehmen zum Wohle des großen Ganzen.
  • Die Menschen erleben sich, wie selten zuvor, als Teil eines größeren Ganzen. Sie lernen die Menschheit als große Schicksalsgemeinschaft verstehen.
  • Die verordnete Distanz bringt die Menschen einander näher. Sie freuen sich aneinander, nehmen Anteil, bieten sich gegenseitig Unterstützung an.
  • Die Menschen weltweit stecken sich nicht nur mit einem Virus an, sondern auch mit Herzenswärme, Humor und Optimismus.
  • Familien genießen die Gemeinsamkeit. Endlich Zeit miteinander und füreinander!
  • Der Mensch besinnt sich seiner selbst, entdeckt, dass er mehr ist als bloßer Homo oeconomicus, mehr als ein produzierendes und konsumierendes Etwas. Er findet zu seinem natürlichen Lebensrhythmus zurück und sucht Freude und Sinn in seinem Inneren.
  • Viele Menschen machen die Erfahrung, dass Verzicht und Reduktion nicht zu einer Minderung sondern zu einer Erweiterung der Lebensfreude führt.
  • Indem die Menschen weniger gefordert sind, in ihren beruflichen Systemen zu funktionieren, nutzen sie die Zeit zur Einkehr, sich selbst zu finden, sie selbst zu sein.

Die Reihe dieser Good News ließe sich beliebig fortsetzen. Was wir, auf den Punkt gebracht, dabei sind zu lernen, ist die Überwindung des Gegensatzes zwischen Ich, Du und dem Ganzen. Nicht mehr Ich auf Kosten des Du und des Ganzen. Und auch nicht andersherum. Unser Glück liegt im Miteinander von Ich, Du und dem Ganzen.

Stärkende Neuigkeiten

Good News sind solche, die aus der Waagschale der Angst Gewicht herausnehmen und in jene der Liebe Gewicht hineinlegen. Good News sind solche, die das Gute im Menschen stärken, ohne das Böse zu verurteilen. Good News sind solche, die uns befreien aus der Illusion der Ohnmacht und uns motivieren, unsere eigenen Geschicke, die Geschicke unseres Umfeldes, ja, die Geschicke der Menschheit in die Hand zu nehmen kraft unserer Liebe. Liebe ist die höchste Form der Macht. Nicht eine Macht ÜBER etwas, sondern ein Macht FÜR etwas.

Das Momentum für die Umwelt nutzen

Die News von Radio Corona geben Anlass zur Hoffnung, machen Mut, und eröffnen Möglichkeiten einer neuen Zukunft. Beispielsweise, dass wir doch noch den Schwenk schaffen, die Öko-Krise irgendwie in den Griff zu kriegen. Wir wissen es ja, dass unser heutiger Lebensstil untragbar ist. Setzten wir ihn linear fort, würden wir in 30 Jahren die Ressourcen von 27 Planeten Erde verbrauchen. Ein Wandel unserer Art zu konsumieren und zu wirtschaften ist unvermeidlich. Unsere Besonnenheit und unser Verantwortungsgefühl werden uns nicht passiv zuwarten lassen, bis uns die Katastrophe mit voller Wucht trifft und uns unsere PolitikerInnen dann – viel zu spät – irgendwelche Vorschriften machen. Wir sind fähig, aus eigenem Antrieb heraus Maß zu halten.

Wir sind fähig, aus eigenem Antrieb heraus unser Konsumverhalten bewusster, förderlicher für das Ganze zu gestalten. Wir können es schaffen, wenn wir wollen, unser Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und unseren Kindern eine immer noch einigermaßen heile Welt zu hinterlassen. Ich meine, wir müssen es schaffen. Nutzen wir das Momentum!

Economy by Love

Auch unter Wirtschaftstreibenden macht sich ein Bewusstsein breit, dass der eigene Vorteil und das Wohl des Ganzen vereinbar sind und keinen Gegensatz bilden. Sie bedingen einander. Leidet das Ganze, leiden auch seine Teile. Blüht das Ganze, fördert dies auch das Blühen des Einzelnen. Wirtschaften nicht aus Angst und dem ausschließlichen Streben nach Eigennutz, sondern aus Liebe! Daraus ergibt sich der größte Eigennutz. Darin besteht in Wahrheit die oft beschworene Disruption, ein wirklicher Neubeginn auf einer höheren Ebene menschlichen Seins und Zusammenwirkens. 

Individualismus und Kollektivismus zusammenführen

Ein Trend hat in weiten Teilen der Welt die letzten Jahrzehnte geprägt: individuelle Freiheit – die Möglichkeit, dass jeder Mensch nach seiner Fasson sein Leben gestaltet. Leider ist diese häufig verbunden mit überbordendem Egoismus, Rücksichtslosigkeit gegenüber anderen und Verantwortungslosigkeit gegenüber dem Gemeinwesen.

Im Gegensatz dazu stehen Gesellschaftsformen, die, dem konfuzianischen Postulat folgend, das Gemeinsame über das Einzelne erheben. Der Vorrang des Gemeinsamen wird allerdings zumeist erzwungen durch strikte Regeln, autoritäre Strukturen und somit durch eine Einschränkung der persönlichen Freiheit.

Es wird Zeit, den Gegensatz zu lösen, zwischen einerseits dem Individualismus (vertreten durch liberale und emanzipatorische Strömungen) und andererseits dem Kollektivismus (für den sich Religionen, faschistoide Strömungen und der Kommunismus stark machen). Beide sind nicht nur nicht selig machend, wie sie von sich selbst behaupten, sondern haben eine ziemlich zerstörerische Wirkung, sowohl auf das Einzelne als auch auf das Ganze. Gemeinsam jedoch sind sie in der Lage, sehr viel zum Wohl und zum Heil auf dieser Welt beizutragen.

Um Individualismus und Kollektivismus zusammenzuführen, könnte das, was sich an Bewusstsein und Verantwortungsgefühl jetzt, in der Krise, entwickelt, durchaus hilfreich sein:

Ein neues Bewusstsein entwickelt sich

Das Bewusstsein,

  • ein einzigartiges, eigenständiges und selbstverantwortliches, gestaltendes Individuum zu sein.
  • Teil eines größeren Ganzen zu sein.
  • dass der Sinn des Daseins darin besteht, den bestmöglichen Beitrag für das größere Ganze zu leisten.

    Ein neues Verantwortungsbewusstsein entwickelt sich

    Die Verantwortung,

    • für mich selbst, für die eigene ganzheitliche Entwicklung – für die Entwicklung der eigenen Potenziale, der eigenen Gesundheit und des körperlichen Wohlbefindens, des eigenen mentalen und emotionalen Zustandes, der Erfüllung des eigenen Lebenssinns. Indem ich selbst im Vollbesitz meiner Kräfte bin, stärke ich auch das Ganze.
    • für das größere Ganze, dessen Teil ich bin, indem ich mich als in dessen Dienst stehend erlebe. Verantwortung dafür, welche Wirkung ich durch mein Denken, Kommunizieren, Handeln, durch die Qualität meines Seins im Ganzen erzeuge.
    • für die Gestaltung meiner Beziehungen, stärkend mit anderen zusammenzuwirken, sie in ihrer Eigenverantwortung zu fördern.

    Wenn wir als Individuum, als Familie, als Organisation, als politische Partei, als Staat nach dieser Maxime handeln, sichert das unsere Existenz, unsere Zukunft, unser Wohlsein und Glück. Handeln wir ihr zuwider, stellen wir all das in Gefahr.

Globalisierung und Small Is Beautiful

Die Globalisierung in dem Sinne, dass die ganze Welt ein Dorf, ein großes Netzwerk ist, stellt einen großen Durchbruch in der Menschheitsgeschichte dar. Allerdings ist sie in der Realität vor allem ein Durchbruch für große Konzerne, die sich auf Kosten der lokalen Wirtschaft wie das Corona-Virus exponentiell ausbreiten. Als Konsumenten können wir viel beitragen, um die lokale Wirtschaft zu stärken. Die Globalisierung verlangt als Ausgleich Small Is Beautiful. Freilich nicht im Sinne von „America First“, sondern um sich auch als Staat, als Region, als Dorf ein gewisses Maß an Autonomie und Gestaltungsspielraum zu bewahren. Die Tatsache, dass wir nach China um Masken betteln gehen mussten, hat uns dafür wohl die Augen geöffnet.

Teilen

Ja, die Ressourcen werden knapper. Und sie müssen für immer mehr Menschen reichen. Umdenken ist notwendig. Insofern mutet es absurd an, dass die reichsten 10% der Weltbevölkerung 85% des Weltvermögens besitzen, während die ärmsten 50% zusammen nur über 1% verfügen. Aber nicht nur die Superreichen, wir alle sind herausgefordert zu teilen. Was wir heute nicht teilen, werden wir morgen unter Umständen verlieren.

Teilen hat viele Gesichter. Freilich geht es auch um Vermögen im finanziellen Sinne. Aber es geht ebenso um Land, um Wasser, um Jobs, um Bodenschätze, um Wohnraum, um die Betreuung von Kindern und alten Menschen… Der Kampf um möglichst große Anteile vom Kuchen, der im Kleinen wie im Großen unsere Vergangenheit geprägt hat, macht uns das Leben schwerer, nicht leichter, wie wir es uns erhoffen. „Geiz ist geil“ hat keine Zukunft. So oft haben wir in letzter Zeit gehört, dass wir die Herausforderung der Krise nur gemeinsam bewältigen. Fassen wir den Rahmen noch etwas weiter: Die Herausforderungen der Zukunft sind nur gemeinsam zu bewältigen. Gemeinsam haben wir Zukunft. Nur gemeinsam. Und dafür bildet Teilen die Voraussetzung.

Zusammen sind wir Good News

Herrgott, es ist doch so einfach! Wir sitzen alle im selben Boot – Mann und Frau, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, linke und rechte und sonstige politische Parteien, Staaten, Völker, Religionen, Mensch und Natur. Corona hat uns veranlasst, uns zu besinnen, dass wir miteinander und füreinander da sind.

Corona hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass die Welt ein Ganzes ist, dass wir ein Ganzes sind, dass wir dem Leben nur gerecht werden, wenn wir uns vom Wohl des Ganzen leiten lassen, uns gegenseitig stärken und zusammenarbeiten. Corona hat uns den Impuls gegeben, Verantwortung zu übernehmen, nicht nur für die Eindämmung des Virus sondern dafür, wie die Welt nach Corona sein wird. Sein kann. Die Good News von morgen, liegen heute in unserer Hand.

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Über  den Autor

Über den Autor

Wolfgang Stabentheiner zählt zu Europas Coachingpionieren der ersten Stunde. 1990 gründete er FUTURE und entwickelte das erste ICF-zertifizierte Coachingprogramm im deutschen Sprachraum.

Er wirkt international als Coach, Autor, Seminarleiter und Vortragender.
Mehrfach rankte man ihn unter die Top 100 der inspirierendsten Menschen im deutschen Sprachgebiet.

Im Laufe der letzten 30 Jahre haben sich ihm an die 2000 Führungskräfte in Seminaren, Coachings und Beratungen anvertraut. Er hat hunderte von Coaches aus vielen Ländern Europas ausgebildet und ungezählte Unternehmen in wichtigen transformatorischen Prozessen begleitet. Seit 2019 widmet er sich ganz dem Thema RICHTIG GUT LEBEN.